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Gut zu wissen

Was macht die Geo­thermie so attraktiv?

Erdwärme ist immer verfügbar und weder vom Klima noch von der Jahreszeit abhängig. Sie ist praktisch überall verfügbar und muss nicht gespeichert werden: die Erde selbst dient als Speicher. Eine Anlage zur Erdwärm­enutzung benötigt nur sehr wenig Platz auf der Erdoberfläche, da sich der wichtigste Teil der Anlage unsichtbar im Untergrund befindet.

Was sind die Hauptvorteile der Geo­thermie für die Umwelt?

Bei den geo­thermischen Anlagen in der Schweiz findet weder eine Verbrennung noch eine Gasemission (CO2, NOx) statt. Damit trägt jede Anlage zur Reduktion des Treib­haus­effekts bei. Die von den geo­thermalen Wässern mitgeführten Substanzen verbleiben nicht an der Ober­fläche, weil das gesamte geförderte Wasser wieder in den Unter­grund zurück injiziert wird. Auch sonst werden bei einer geo­thermischen Anlage keine gefährlichen Substanzen an die Oberfläche transportiert oder dort gelagert. Wenn die Bohrungen einmal abgeschlossen sind, benötigen geo­thermische Anlage im Vergleich zu anderen Kraft­werks­typen nur wenig Platz. Die Grösse der Oberflächen­installationen ist sehr gering.

Gibt es bei der Nutzung der Geo­thermie Sicherheits­probleme?

Während der Bohrung sind unkontrollierte Gasaus­tritte oder schlecht zementierte Ver­rohrungen das einzige Unfall­risiko. Hingegen gibt es während der Nutzung der Geo­thermie keine spezifischen Risiken, da keine gefährlichen Stoffe transportiert, gelagert oder verbrannt werden. Sämtliche durch die Bohrung produzierten Flüssigkeiten und Gase werden vollständig zurück in die Tiefe injiziert.

Wie gross ist die verfügbare Erdwärme in der Schweiz?

Bereits mit den heutigen technischen Mitteln könnte man theoretisch einen Grossteil des Energie­bedarfs unseres Landes über Hunderte von Jahren nachhaltig durch Geo­thermie decken. Die Nutzung wird nicht durch die verfügbare Wärmemenge begrenzt, sondern vielmehr durch die ökonomischen Rahmen­bedingungen der verschiedenen geo­thermischen Nutzungs­arten. Die Erdwärme ist auch in der Schweiz unerschöpflich. Daher wird vom Bundesamt für Energie und der Schweizerischen Geo­physikalischen Kommission ein umfassendes Projekt zur Ermittlung des geo­thermischen Potenzials in der Schweiz finanziert.

Kann die Erdwärme als eine erneuerbare Energie gelten?

Die Erdwärme ist global gesehen die grösste Energiequelle. Zusätzlich zum ständigen durch die Erdkruste strömenden Wärmefluss führen unterirdische Wasser­zirkulationen kontinuierlich Wärme in Richtung Erdoberfläche. Die nachhaltige Bewir­tschaftung eines geo­thermischen Reservoirs, in welches das abgekühltes Wasser ständig wieder zurückinjiziert wird, erlaubt einen kontinuierlichen Betrieb während sehr vieler Jahre. Die Erdwärme ist für menschliche Zeiträume praktisch unbegrenzt und wird auch für zukünftige Genera­tionen verfügbar bleiben. Eine geo­thermische Ressource kann nur dann als unbegrenzt erneuerbar gelten, wenn die Energie­produktion nicht den natürlichen Zustrom von Wärme und/oder Wasser übersteigt.

Was ist von geo­thermischen Anlagen sichtbar?

Sowohl Erdwärmesonden als auch Bohrungen zur Er­schliessung tiefer Aquifere für die Beheizung von Städten sind absolut unsichtbar. Nur ein Metall­deckel auf der Oberfläche oder ein kleiner Überbau weist auf deren Existenz hin. Die zugehörigen Heiz­installationen befinden sich im Untergeschoss der Gebäude und brauchen deutlich weniger Platz als eine herkömmliche Ölheizung. Moderne geo­thermische Kraftwerke sind sehr kompakt und lassen sich mühelos in eine Landschaft integrieren. Heutzutage haben die Kühltürme kleine Ausmasse und erzeugen keine Dampfwolken.

Wird der Untergrund durch die geo­thermische Nutzung abgekühlt?

Im Nahbereich von Erdwärmesonden kühlt sich der Untergrund bezüglich seiner Anfangs­temperatur um einige Grade ab. Wenn die Sonde korrekt dimensioniert ist, gleicht der Wärme­fluss im Unter­grund diese Absenkung jedoch zum Teil aus, sodass sich nach einigen Betriebsjahren ein neues thermisches Gleich­gewicht einstellt. Falls die zuvor genutzten und daher abgekühlten Fluide in eine tiefe Bohrung zurückinjiziert werden, breiten sie sich im Reservoir aus und erwärmen sich dabei kontinuierlich. Wenn die Distanz zwischen Rückgabe- und Produktion­sbohrung ausreichend gross ist, wird diese Abkühlung während der ganzen Lebensdauer der Anlage keinen Einfluss auf die Produktionszone haben.

Welche Bedeutung hat die Geo­thermie für die Schweiz?

Zur Zeit wird die Erdwärme in der Schweiz vor allem durch Erdwärmesonden (EWS) zur Heizung von Familien­wohnungen genutzt. Diese Nutzungsform erlebt einen Aufschwung: Mehr als 45'000 Anlagen waren 2006 in der Schweiz installiert, und diese Entwicklung wird sich in den kommenden Jahren fortsetzen.

Die kombinierte Nutzung des Unter­grundes zu Heiz- und Kühlzwecken grosser Gebäude ist aus energetischer Sicht sehr effizient und wirtschaftlich interessant: diese Anwendungs­möglichkeit wird sich wahrscheinlich in nächster Zeit noch weiter verbreiten.

Auch die Technologie der stimulierten geo­thermischen Systeme (EGS), früher Hot Dry Rock genannt, macht Fortschritte: Ab 2008 werden die ersten Pilotanlagen in Soultz-sous-Forêts (Elsass), Cooper Basin (Australien) und vielleicht in Basel gleichzeitig Wärme und Strom liefern. Diese neuartige Technologie kann durch ihr grosses Potenzial im tiefen Unter­grund ab einem Zeithorizont 2020 grosse Mengen an Strom und Wärme auf den Schweizer Markt bringen.

Quelle: geothermie.ch

FWS Statistik 2009

Statistik über Erdwärmesonden und Wärmepumpen.
Download Statistik 2009 pdf, 656kb

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